Aller Anfang ist schwer

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, SarahDer schwerste Schritt ist der über die Schwelle. Sagt ein deutsches Sprichwort. Oder der zur Entscheidung und Bewerbung für ein Projekt. Bei mir hat das jedenfalls ziemlich lange gedauert – und ging am Ende dann doch ganz schnell. Die Idee nach dem Abi einen Freiwilligendienst zu machen hatte ich eigentlich schon  eine ganze Zeit, seit wann genau weiß ich schon gar nicht mehr. Meinen Projektplatz habe ich am Ende aber doch sehr kurzfristig bekommen. Eigentlich wollte ich weit weg. Afrika wäre mein Traum gewesen. Letztendlich fand ich mich Mitte Oktober in Spanien wieder. Auf einer Insel. Einer kleinen, aber wunderschönen Insel. Willkommen auf Menorca! Bis es soweit war, gab es aber einiges zu tun.

Suchen und Finden
Manchmal gar nicht so einfach. Ursprünglich also Afrika. Tja, und wie jeder weiß muss man sich für einen Freiwilligendienst früh ans Suchen und Bewerben machen. Das hab ich auch getan. Also ans Suchen nach Projekten. Dann kam aber hier was dazwischen, dort Klausuren. Irgendwo ist es auf der Strecke geblieben. Am Ende stand ich da, mit meinem Abi in der Hand, sicher, nicht sofort studieren zu wollen, aber immer noch ohne Freiwilligendienstplatz. Also dann ran an die erneute, diesmal sehr kurzfristige Suche. Irgendwann habe ich mich dann entschlossen, anstelle von Afrika doch erstmal in Europa zu bleiben. Europäischer Freiwilligendienst also. Zwischenzeitlich leicht verzweifelt fand ich dann über eine Last-Minute-Website noch zu besetzende EFD Projekte, die mir gefallen haben. Anfang September schickte ich dann endlich Bewerbungen raus. Die Erste für ein Projekt in einem Seniorenheim in Spanien, Entsendeorganisation ODI. Drei Tage später kam die Zusage. Eineinhalb Monate später saß ich im Flugzeug. Eigentlich ganz einfach, oder? Naja, ganz so einfach lief es dann doch nicht.

Vorbereitung
Die Zusage war da, die Freude dementsprechend groß. Ein ganzes Jahr im Ausland, neue Umgebung, neue Kultur, neue Sprache! Los geht’s mit den Vorbereitungen! Organisatorisches, notwendige Dokumente, Packliste, die ersten Spanischvokabeln lernen (nicht, dass ich damit sonderlich weit gekommen wäre). Das Vorbereitungsseminar mit ODI in Köln natürlich. Allerdings gab es da noch dieses klitzekleine Kommunikationsproblem mit meiner Aufnahmeorganisation in Spanien. Nach meiner Zusage hörten wir, ODI und ich, nämlich erstmal nichts mehr von denen. Auch zum Zeitpunkt des Vorbereitungsseminares, ca. drei Wochen vor meiner geplanten Ausreise, hatte ich weder mein Activity Agreement, noch meinen Flug. Mein EFD-Projekt hing also wieder  in der Luft. Glücklicherweise meldete sich meine Aufnahmeorganisation dann doch noch. Sie waren im Urlaub.

Willkommen auf Menorca

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, SarahAn einem Sonntagmorgen Mitte Oktober saß ich letztendlich tatsächlich im Flugzeug Richtung Insel. Dort angekommen wurde ich von meinem Mentor Ángel abgeholt. Ich war die erste Freiwillige, die dieses Jahr ankam. Nach einem Rundgang durch meine neue Wohnung hatte ich etwas Zeit für mich (und die freie Auswahl von drei Zimmern). Am Nachmittag zeigte mir Ángel ein wenig den Ort: Die “Moli de Baix” (meine Aufnahmeorganisation, beherbergt in einer alten Windmühle), das Seniorenheim, das Sportzentrum, das Rathaus, die Kirche… Nicht, dass das sonderlich lange gedauert hätte, Sant Lluis ist ziemlich klein. Abends ging es dann zum Essen mit Ángel und seiner Freundin nach Mahon (der Hauptstadt von Menorca).

Ein kleiner Schreck…

…den hat mir unser Herd eingejagt, am zweiten Abend. Wir haben einen Gasherd, der nicht mehr so ganz neu ist und offenbar einen kleinen Defekt hat. Ab und zu funkt der elektrische Anzünder, ohne dass man ihn betätigt. Da wollte ich also Nudeln kochen, als mir plötzlich dieses Geräusch auffiel. Als mir dann klar wurde, was es war, brach in mir leichte Panik aus, so ganz alleine in einem neuen Haus. Um fair zu sein, ich kannte mich vorher mit einem Gasherd nur bedingt aus (Camping…) und hatte sofort schreckliche Szenarien von defekten Gasleitungen und Häusern, die in die Luft fliegen in meinem Kopf. Außerdem meinte ich einen seltsamen Geruch wahrzunehmen. Ich versuchte meinen Mentor anzurufen, erreichte ihn aber nicht. Irgendwann ging ich ins Bett, sämtliche Fenster weit geöffnet und mit dem Gedanken, dass ich,  falls alles in die Luft fliegen sollte, davon wahrscheinlich nicht so viel mitbekommen würde. Kurz nach Mitternacht stand mein sehr besorgter Mentor plötzlich vor der Tür, er habe meine Anrufe nicht gehört und mich nicht erreicht, als er zurückzurufen versuchte. Er konnte sich das seltsame Geräusch auch nicht erklären, beruhigte mich aber, dass dort keinerlei Gas sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. Am nächsten Tag rief er den Eigentümer des Hauses an. Ja, der Herd mache wohl ab und zu diese Geräusche. Ich würde mich daran gewöhnen.

Erste Tage

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, SarahDie ersten Tage verbrachte ich hauptsächlich mit Einrichten, Dokumente mit Ángel besprechen, die anderen Mitglieder der Organisation kennenlernen, Lebensmittel besorgen, dem weiteren Versuch, mir einige spanische Vokabeln anzueignen und einer ersten Führung durch meinen zukünftigen Arbeitsplatz, wobei sich herausstellte, dass dort keiner Englisch konnte. Na, das konnte ja lustig werden in Kombination mit meinem grandiosen Spanischwortschatz der sich bis dahin auf “Hola, me llamo Sarah, tengo 19 años, soy de Alemania, Adios” beschränkte.

Drei Tage nach mir kam der zweite Freiwillige und mein zukünftiger Mitbewohner, Roberto aus Italien, an. Sein Projekt würde direkt in unserer Aufnahmeorganisation, der Moli de Baix, stattfinden. Zusammen erhielten wir dann von Ángel eine erste Rundführung über die Insel, besonders den südlichen Küstenteil (unser Ort liegt nämlich nicht direkt an der Küste, sondern ca. 5 km in Inselinneren). Spätestens da wurde mir klar dass Menorca eine wirklich schöne Insel ist.

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, SarahEine Woche nach meiner Ankunft startete ich dann wirklich mein Projekt. Die ersten Tage im Seniorenheim sollte ich ersteinmal ein bisschen zuschauen, um zu sehen, wie alles so läuft. Dabei versuchte ich, mir irgendwie die ganzen Namen zu merken (der Erfolg trat nach zwei Wochen ein) oder wenigstens ein paar spanische Wörter zu verstehen. Mehr oder weniger erfolglos. Zum einen redete kaum einer mit mir, zum anderen wird dort nicht nur Spanisch (Castellano) gesprochen, sondern auch menorquinisch, ein Dialekt des Catalan (eine weitere der spanischen Sprachen) , der noch etwas schwieriger zu verstehen ist.

In der darauffolgenden Woche startete zum Glück mein Spanischkurs. Damit konnte es ja jetzt nur besser werden.

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