Mambo!

Fast zwei Monate lebe ich nun schon in Tansania und es ist so viel passiert die letzten acht Wochen, dass es schwer wird, das alles in Worte zu fassen. Die Anfangszeit hier war eine Achterbahnfahrt aus tiefem Kulturschock, ersten Abenteuern, Hoch- und Tiefpunkten, Glücksmomenten und vielen Erlebnissen. Ich durfte sehr viele Menschen kennenlernen, Tansanier aber auch andere Freiwillige, ich habe Dar Stück für Stück besser kennengelernt, Orientierung gewonnen, mich durch Street Food und andere Leckereien probiert, ich habe Strände besucht, Sonnenuntergänge gesehen und mein Suaheli verbessert.
Gleichzeitig musste ich auch irgendwie damit klarkommen, in einer vollkommen fremden Kultur und einer so anderen Gegend mit ganz fremden Lebensumständen zu leben, plötzlich auf mich alleine gestellt zu sein und den Kulturschock, der mich trotz Vorbereitung stark getroffen hat, zu verdauen. Ich war das erste mal in meinem Leben damit konfrontiert, keinen Alltag und keine Beschäftigung zu haben und musste mit Langeweile und mit mir selber klarkommen. Es gibt dieses Modell der comfort-zone und ich glaube, dass jeder, der sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet, sich darin wiederfindet. Meine comfort-zone habe ich verlassen, was die Menschen, die Kultur und auch die Lebensumstände angeht. Jedoch kann sich die eigene comfort-zone auch verändern und ich merke jetzt schon, wie ich mich auch am anderen Ende der Welt in einer fremden Kultur und weit weg von westlichen Standards immer wohler und zuhause fühle.
Solangsam kann ich wirklich sagen: ich habe mich hier eingelebt, jeden Tag ein Stück mehr, fühle mich inzwischen wirklich richtig wohl und auch der Kulturschock ist gut überwunden. Ich habe es geschafft, mir selbst einen Alltag zu schaffen, der mich beschäftigt und mir Spaß macht. Und jetzt fängt solangsam aber sicher das genießen an. Ob beim Kartenspielen abends am Strand unter den Palmen, beim Arbeiten im Projekt, beim Streetfood Essen auf dem Heimweg, beim Fährefahren bei Sonnenuntergang und Wind, beim Spielen und Lernen mit den Kids oder bei spontanen Suaheli Gesprächen auf der Straße – mir gefällt es hier inzwischen richtig gut.

Mein Mitfreiwilliger Chris und ich unterstützen unsere Projektstelle, dem KCC, ein Jugend-/Gemeindezentrum im Stadtteil Kigamboni, täglich beim Deutschunterricht und haben circa 10 sehr motivierte Schüler im Alter von 15 bis 30 Jahren. Danach finden die Nachmittagsaktivitäten statt, wobei Sport, Fußball, Musik, Tanz und Handcraft angeboten werden und alle die Lust haben, willkommen sind. Abends helfen wir beim Englischunterricht im Shelter (ein Waisenhaus für Straßenkinder, indem wir anfangs auch wohnen) und verbringen Zeit mit „unseren“ Jungs. An zwei Vormittagen in der Woche helfe ich außerdem in einem Kindergarten in Dar es Salaam.
Das Arbeiten im KCC und mit den Kindern und Jugendlichen macht unglaublich Spaß, da eine tolle Stimmung herrscht und alle sehr offen, nett und hilfsbereit sind.

Sabrina, Tansania, KCC, Akrobatik, weltwärts

Die Akrobaten im KCC beim Training

 

Sabrina, Tansania, Freiwilligendienst, KCC, Sport

Meine Sportgruppe

In unserer Freizeit haben wir Dar schon fleißig erkundet, waren auf dem Fischmarkt, dem Kariakoomarkt, in verschiedenen Stadtteilen, im Goetheinstitut und an verschiedenen Stränden. Inzwischen verstehe ich auch, wie man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, Preise herunterhandelt und die Orientierung nicht verliert. Ich schätze es wirklich sehr, während meines Freiwilligendienstes in Kigamboni in Dar es Salaam zu leben. Kigamboni ist sehr dörflich, gleichzeitig bin ich aber mit der Fähre total schnell in Dar, einer kunterbunten Millionenstadt und ostafrikanischen Metropole. Auf den ersten Blick erscheint Dar zwar rießig, unübersichtlich und wild, aber sobald man sich ein bisschen auskennt, kann man die Vielseitigkeit wirklich genießen. Von Slums, indischen Palästen, riesigen afrikanischen Märkten, Hochhäuser, Gebäude aus der Kolonialzeit, Malls, Kirchen usw. – man findet wirklich alles und ich freue mich darauf, die Stadt mehr und mehr zu erkunden.

Das war’s erstmal von mir – bis bald!

Sabrina, Tansania, weltwärts, KCC

Meine Jungs und ich

 

Sabrina, Tansania, KCC, weltwärts

Meine kleine Freundin und ich

 

Sabrina, Tansania, KCC, weltwärts

Afrikanischer Gewürzmarkt


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