Circa drei Wochen sind jetzt vergangen und vieles fühlt sich komisch an:

Zum Einen ist es der Zeitraum von drei Wochen an sich. Es fühlt sich so an, als ob die Zeit einfach verfliegen würde. Gestern bin ich hier erst angekommen und heute bin ich in so gut wie jeder Schule in P.E. als Justin Bieber oder Neymar bekannt. Es kommt mir so vor, als würde sich eine Woche an einem einzigen Tag abspielen und eine Nacht in nur 10 Minuten, verrückt!

Des Weiteren ist auch der ständige Kontakt zu Menschen ungewohnt. Zum einen habe ich dadurch (theoretisch) immer Ansprechpartner. Zum anderen habe ich im Umkehrschluss so gut wie keine Privatsphäre. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich niemals allein fühlen würde. In einigen Situationen erhoffe ich mir immer wieder die üblichen Reaktionen meiner Freunde aus Berlin. Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn sie jetzt hier wären oder ich bei ihnen. Ähnliches gilt auch für meine Familie. Es ist komisch, jetzt nicht mehr so bemuttert und behütet zu werden wie früher. Es ist komisch ohne die Personen in den Tag zu starten, die immer versuchen mir den richtigen Weg zu zeigen. Ob ich mich dadurch erwachsener fühle? Keine Ahnung.

Glücklicherweise gibt es hier in Port Elizabeth so vieles, was es bei mir zu Hause nicht gibt. Zum einen die Menschen. Hier im Camp treffe ich auf so viele verschiedene Nationalitäten, so viele verschiedene Charaktere, Sprachen und Sitten. Obwohl es viele Europäer sind, möchte ich die Erfahrung auch als kleinen Kulturschock benennen.

Außerhalb des Camps treffe ich jedoch auf etwas komplett Neues, den großen Kulturschock! Die Leute hier sind so viel offener, lebensfreudiger und menschlicher als wir in Deutschland. Und das obwohl sie so viel ärmer sind. Langsam wird mir dadurch immer stärker die Macht des Geldes bewusst.

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Der andere Punkt, der Port Elizabeth  so atemberaubend macht, ist die Natur und das Klima. Zu diesem Zeitpunkt haben wir hier Frühling und Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad, währenddessen es sich zu Hause gerade wieder gen Winter neigt. Eine wahre Augenweide ist ebenfalls die Flora und Fauna hier: so viel Grünes, so viel Buntes, so viel Schönes. Obwohl es hier sehr, sehr viel Müll auf und neben den Strassen gibt, würde ich P.E. als einen der schönsten Plätze beschreiben, die ich jemals sehen und erleben durfte.

All diese ersten Eindrücke haben schon etwas in mir verändert. Ich bin zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher beziehungsweise mutig genug festzulegen was das ist, aber zu dieser Erkenntnis werde ich in den nächsten 11 Monaten ganz sicher kommen…


1 Comment

Marie · 25. September 2017 at 15:44

Da würde man doch direkt mal vorbei schauen wollen 😀

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