Das ist Xhosa und bedeutet „Gott segne Afrika“. Es ist Teil der Nationalhymne, die aus vielen verschiedenen Sprachen besteht, denn es gibt nicht die eine südafrikanische Sprache oder eine südafrikanische Kultur. Südafrika ist eine Mischung aus so vielen und das macht dieses Land so besonders und mein Jahr dort unvergleichlich.

Ich habe mich im vergangenen August (2016) aufgemacht um ein Jahr mit weltwärts in Port Elizabeth in dem Projekt „United Through Sports“ zu verbringen. P.E. liegt an der Küste, circa 800 Kilometer östlich von Kapstadt, und hat zur linken die berühmte Garden Route und zur rechten die Wild Coast zu bieten. In dieser Stadt wohnen schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen, wovon ein großer Teil jedoch in Townships, den sogenannten „Locations“ wohnt. Auch hier gibt es große Unterschiede, so gibt es dort alles vom gut gebauten Haus mit Garage bis zur Wellblechhütte – alles an einem Fleck. Ein Großteil der Menschen dort lebt an ihrem Existenzminimum und das ist der Grund, warum wir an den Schulen in diesen Communities arbeiten.

Das Projekt „United Through Sports“ arbeitet in den ärmeren Vierteln von P.E. und bringt den Kindern durch Sport wichtige Life Skills, wie Teamgeist, Ehrgeiz oder den Umgang mit Druck, bei. Hierfür kommen immer wieder Gruppen an Freiwilligen für 5-12 Wochen, die täglich zu den verschiedenen Schulen fahren um mit den Kindern dort Sport wie Fußball, Cricket, Basketball oder Hockey zu trainieren und mit ihnen in kleinen „Life-Skill Sessions“ über ernste Themen wie Drogen- und Alkoholmissbrauch oder auch HIV zu sprechen. Die Kinder nehmen aus diesen wöchentlichen Stunden unheimlich viel mit und lieben es sich auf dem Sportfeld mal so richtig beweisen zu können, da sie ansonsten keinen Zugang zu diesen Sportarten hätten. Fortschritte sieht man unglaublich schnell. Im Sommer kommt dann zu den typischen Ballsportarten auch noch das Schwimmen dazu, welches mir immer besonders Spaß gemacht hat. Doch natürlich sind die Bedingungen dort auf den Sportfeldern nicht wie man es von zu Hause gewohnt ist.

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Ich erinnere noch meinen ersten Tag an solch einer Schule. Die Kinder rennen schon mit dem Bus mit, mit dem wir immer zu den Schulen fahren und können es kaum erwarten, Dich zu umarmen und deine Haare anzufassen, weil sie solche ja nicht kennen. Ein Sportfeld gibt es nicht, also wird aufgeteilt wer auf dem Schulgelände wohin geht. Typischerweise teilen sich Tennis und Netball den Parkplatz, da sie ja Steinboden brauchen, und es gibt immer ein Feld auf dem die restlichen Sportarten stattfinden. Aber ein Sportfeld ist das nicht. Zuerst müssen Glasscherben, Plastiktüten und Steine aus dem Weg geräumt werden, damit man überhaupt spielen kann und oft sind die kleinen Grasstücke so hoch, dass der Hockeyball immer wieder verloren scheint. Aber da ja letztendlich der Spaßfaktor das Wichtigste ist, stört das überhaupt nicht.

Neben dem Sportscoaching besteht die Möglichkeit täglich in einer bestimmten Schule zu unterrichten beziehungsweise den Lehrern in den Klassen auszuhelfen. Da die Klassen immer rund 40 Kinder zählen, kann man hier vor allem einzelnen Schülerinnen und Schülern, die Probleme haben, sehr gut helfen. Das Schöne hierbei ist, dass man die gleichen Kinder jeden Tag sieht und so eine richtige Bindung zu diesen aufbaut und auch deren Fortschritte ganz genau mit verfolgen kann.

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Nach einiger Zeit kannte ich die Schulen besser und wusste daher, wo welcher Sport gespielt werden sollte, wo wir Pflaster oder eine Ballpumpe haben und bei welchen Lehrern und Fächern mehr zu tun ist als bei anderen und wer möglicherweise gar keinen Freiwilligen in der Klasse will. Deshalb half ich dem Team auch bei organisatorischen und koordinierenden Aufgaben, konnte kurzzeitige Helferinnen und Helfer unterstützen und bei Problemen helfen.

Das Projekt selbst hat mir wirklich jeden Tag super viel Spaß gemacht, da die Kinder dort einfach großartig waren! Immer voller Energie, sie können tanzen und singen, und tun dies auch in jeder freien Minute. Natürlich sind auch immer ein paar Freche dabei, aber das ist ja ganz normal. Ich glaube mein Jahr ging so unheimlich schnell rum, weil eben auch außerhalb der Schulen immer etwas los war, so hat immer jemand aus der Freiwilligengruppe etwas unternommen, ich habe viele Leute von dort, auch außerhalb des Projekts, kennen gelernt, die mir einen Einblick in ihr Leben gewährt haben. In den großen Sommerferien und den langen Weihnachtsferien habe ich die Möglichkeit bekommen, reisen zu gehen, wodurch ich das Land nochmal von einer ganz anderen Seite sehen und erleben durfte. Alles in allem hatte ich ein phänomenales Jahr und vermisse die Kinder und die Mentalität dort sehr. Ich kann es kaum erwarten, sobald es möglich ist, dort noch einmal hinfahren und die Menschen besuchen zu können.

Viele liebe Grüße, Clara

 


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