Vielen ist Armenien unbekannt und sie halten es deswegen für uninteressant. Aus diesem Grund kommen viele Touristen nicht auf die Idee es zu bereisen, weil sie denken, dass es nichts sehenswertes gäbe, vor allem nicht genug, um eine Reise, die eine bis zwei Wochen dauert, zu füllen.
Diesen Standpunkt kann ich nach eineinhalb Monaten als Freiwillige hier in Armenien nicht unterstützen, denn ich habe in dieser Zeit schon einige sehr unterschiedliche Facetten des Landes kennengelernt und entdecke regelmäßig Neues.

ODI, Freiwilligendienst, Armenien, Dilijan

In Armenien gibt es viel zu sehen, ob nun Yerevan, die Hauptstadt Armeniens, dessen Zentrum sehr den Innenstädten europäischer Großstädten gleicht, mit Einkaufsstraßen, imposanten, historischen Bauwerken oder die ländlichen Gebiete Armeniens, wie zum Beispiel Dilijan, mein neuer Wohnort, die mit den atemberaubenden Bergketten und der faszinierenden Natur zum Wandern einladen.
Allerdings wird einem auch sehr schnell klar, dass die Lebensumstände innerhalb der armenischen Bevölkerung sehr große Unterschiede aufweisen, denn während die einen in modernen, klimatisierten Appartments und Häusern leben, welche für die durchschnittliche armenische Bevölkerung, vor allem die Bevölkerung der ländlichen Regionen, unerreichbar erscheinen, leben die anderen in den Häusern, die nach den Standards der Sowjetunion gebaut worden sind.

Das besondere an einem Freiwilligendienst hier ist, dass man im Gegensatz zu einer kurzen Rundreise durch das Land, während des Freiwilligendienstes die Lebensweise und Mentalität der Menschen kennenlernt und so einen entscheidenden Aspekt der Kultur erfährt. Meine bisherige Erfahrung ist, dass es sich wirklich lohnt, die Menschen hier kennenzulernen, da sie trotz der Sprachbarriere Kontakt suchen und sich äußerst freundlich zeigen.

Wie man sicherlich sehr schnell merkt, ist mein erster Eindruck äußerst positiv, dabei muss man aber auch berücksichtigen, dass ich mich hier sehr wohl fühle, was meine Eindrücke natürlich beeinflusst. Ich habe mich in Dilijan so schnell eingelebt, weil ich mich in der Organisation, in der ich meinen Freiwilligendienst absolviere, willkommen fühle und auch gleich Aufgaben erhalten habe. Zudem lebe ich mit drei weiteren Freiwilligen in einer WG zusammen. Die anderen Freiwilligen sind in der gleichen Organisation wie ich tätig, sodass wir uns gegenseitig unterstützen können und einen ähnlichen Tagesablauf haben. Wir gestalten auch unsere Freizeit gemeinsam, sodass man von Beginn an nicht alleine war.

Letztendlich habe ich bisher ziemlich gute Erfahrungen gemacht, jedoch muss man berücksichtigen, dass das nicht ausschließlich mit Armenien zu tun hat, sondern auch mit anderen Einflüssen. Des Weiteren habe ich auch erst einen Bruchteil des Landes gesehen, denn entgegen der landläufigen Meinung, gibt es in Armenien noch einiges zu entdecken und ich habe vor, genau das in den noch kommenden zehn Monaten meines Freiwilligendienstes zu tun.


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