Բարեւ Ձեզ,
vor ca. zweieinhalb Monaten habe ich mich aus dem kleinen Fischerbach auf den Weg nach Yerevan, die Hauptstadt von Armenien gemacht. Nun habe ich mich hier schon gut eingelebt und ich dachte, es wäre mal Zeit, etwas von mir hören zu lassen. Also schicke ich Euch hiermit
ein paar Bilder und Eindrücke von meiner bisherigen Zeit hier.

Wo und als was arbeite ich?
Ich arbeite hier in Jerewan an der staatlichen BRUSOV-Universität für Sprachen und Sozialwissenschaften. Die Uni ist eine der wenigen Einrichtungen für höhere Bildung, die internationale Freiwillige aufnimmt und so formelle und informelle Bildung miteinander
verbindet. Ich arbeite zusammen mit fünf anderen Freiwilligen (Zuzana aus der Slowakei, Simona und Alberto aus Italien, Robbie und Paul aus Frankreich) im Career-Center der Universität. Unsere Hauptaufgabe ist es, informellen Sprachunterricht zu geben, ich unterrichte also Deutsch. In Armenien, bzw. allgemein im Kaukasus lernen relativ viele Menschen Deutsch, teilweise auch schon seit der Grundschule. So war ich zum Beispiel in Georgien überrascht, als der Taxifahrer, der uns frühmorgens um 7 ins Hotel gebracht hat, Deutsch gesprochen hat. Seit dem Zerfall der Sowjetunion lässt auch das Interesse junger Menschen an der Russischen Sprache drastisch nach. Während die ältere Generation quasi
Armenisch und Russisch als Muttersprache hat, können viele Jugendliche heute gar kein Russisch mehr. Im Gegensatz dazu interessieren sie sich eher für europäische Sprachen, wie natürlich Englisch, aber auch Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch. Dementsprechend ist das Interesse an unserem Sprachunterricht relativ groß. Ich habe mittlerweile zwischen 30 und 40 Studenten, die bei mir Deutschunterricht nehmen, außerdem unterrichte ich auch einige Professoren. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, auch wenn ich am Anfang mit dem Unterrichten ziemlich überfordert war. Meine Schüler ,die – die Professoren ausgenommen, zwischen 17 und 25 Jahre alt sind) sind sehr dankbar darüber, dass Sie Deutsch lernen können, und mein Verhältnis zu ihnen ist eher freundschaftlich als das klassische ‘Schüler-Lehrer-Verhältnis‘. Neben dem Deutschunterricht sollen wir noch kulturelle Events organisieren, um unsere Länder und Kulturen vorzustellen.
Was ich in meiner Freizeit so mache
Unsere Arbeitszeiten sind offiziell von 10 bis 16 Uhr, meistens ist aber doch irgendwas los, sodass wir unter der Woche oft erst um 6 oder 7 nach Hause kommen. So bleibt dementsprechend nicht extrem viel Zeit, groß ein Hobby zu haben, aber natürlich machen wir neben der Arbeit auch spaßige Dinge. Ich habe meine Geige mit hierher genommen und übe relativ oft. Außerdem lerne ich Armenisch, Russisch, und Arabisch. Das ist nämlich das Gute daran, dass wir an einer Universität arbeiten, an der über 20 Sprachen unterrichtet werden: wir können auch selbst Sprachkurse belegen. Drei verschiedene Alphabete aufs Mal zu lernen ist aber nicht ganz einfach, also verbringe ich auch einige Zeit am Schreibtisch. Außerdem treffe ich mich natürlich oft mit Freunden, wir kochen/backen etwas zusammen, spielen Volleyball oder Fußball, schauen Filme, gehen aus und machen andere Dinge, die man nun mal so macht.
Warum war ich in Georgien?
Ende September war ich für gut eine Woche in Georgien. Dort fand unser On-Arrival-Training statt. Das Training selbst war in Kobuleti, einer kleinen, relativ touristischen Stadt am Schwarzen Meer, und war fünf Tage lang. Hauptziel des Trainings war es, uns auf unseren
Auslandsaufenthalt vorzubereiten, aber es gab uns auch einfach die Möglichkeit, uns mit anderen Freiwilligen auszutauschen und so gewissermaßen ein Netzwerk zu knüpfen. Das hat auch super geklappt, ich habe dort auf jeden Fall ein paar sehr gute Freunde gefunden und
seit dem Training haben wir uns schon mit einigen der anderen Freiwilligen wieder getroffen. Danach sind wir noch für zwei Nächte in die Hauptstadt von Georgien, nach Tiflis/Tbilisi gefahren. Tbilisi ist eindeutig eine meiner Lieblingsstädte, die ich bis jetzt gesehen habe und
ist definitiv eine Reise wert!

Ich hoffe, Ihr habt jetzt ein bisschen eine Idee davon bekommen, was ich hier eigentlich so in Armenien mache. Jetzt aber genug geredet, im Folgenden seht ihr noch ein paar Bilder, die besser zeigen können, was ich bis jetzt so erlebt habe.

Liebe Grüße aus Yerevan,
Verena

Sonnenuntergang in Yerevan, mit Ararat im Hintergrund

 

Meine Mitfreiwillige und gute Freundin Zuzana und ich

 

Meine italienische Mitfreiwillige und Mitbewohnerin Simona, Zuzana und ich zusammen mit dem EMERSON-Streichquartett nach ihrem Konzert im Yerevaner Opernhaus

Von links nach rechts: Nele, eine deutsche Freiwillige in Yerevan, Sophie, Lily und Lina, andere deutsche Freiwillige in Dilijan und ich

Meine Wenigkeit mit Tbilisi im Hintergrund

Die wunderschöne Altstadt von Tbilisi

Die Aussicht von unserem Hotel in Kobuleti aufs schwarze Meer

Mit Yola, einer polnischen Lehrerin, Nico, einem rumänischen Lehrer und Zuzana, bei einem Event in Sevan.

Zusammen mit Robbie, meinem französischen Mitfreiwilligen, hinter unserem Stand. Wir sollten eigentlich EVS als Programm vorstellen, letztendlich haben wir aber die ganze Zeit nur Fotos mit Kindern gemacht, für die es teilweise die erste Begegnung mit Ausländern war

Ich trage ein polnisches Kleid, weil es leider nichts Deutsches im Fundus gab

Zusammen mit Nele, Lily und Lina beim Empfang der deutschen Botschaft im Marriot-Hotel, anlässlich des Tags der deutschen Einheit

Wilkommensgeschenk von meinen Mitarbeitern im Büro. Das ist mein Name in Druckbuchstaben in armenisch…

…und so sieht die Schrift handschriftlich aus

Im Sommer am Sevan-See, der auch das Meer von Armenien genannt wird

Mit Simona, Zuzana, Alberto und unserer Mentorin Armine in ihrem Sommerhaus, wo wir bei der Weinherstellung geholfen haben

Meine Freunde in einem Café in Dilijan


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