¡Buenos días a todos!

Das ist mein erster Blog-Eintrag zu meinem Europäischen Freiwilligendienst (EFD) in Spanien und ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser – egal, ob Ihr aktuelle, ehemalige oder zukünftige EFDler seid oder Euch einfach so dafür interessiert, was ich zu erzählen habe.

Für diejenigen, die sich hier ein Bild vom Ablauf und von der Organisation des EFD machen wollen, ist es vielleicht interessant zu wissen, dass in meinem Fall drei verschiedene Organisationen an dem Freiwilligendienst (FD) beteiligt sind: Meine Entsendeorganisation in Deutschland ist ODI, meine koordinierende Organisation ist AFAIJ und meine Aufnahmeorganisation ist BASIDA.

AFAIJ hat ihren Sitz in Madrid und koordiniert viele Projekte in Spanien. Schon vor meiner Ausreise hatte ich oft Kontakt dorthin und auch wenn ich jetzt eine Frage oder ein Problem habe, kann ich mich jederzeit bei meiner Tutorin melden.

BASIDA

Normalerweise – und damit komme ich zu meinem Projekt – kann ich meine Anliegen aber direkt hier in „BASIDA Navahondilla“ mit jemandem besprechen. Zu der Organisation BASIDA gehören drei große Häuser in der Nähe von Madrid, deren hauptsächliche Funktion darin besteht hilfsbedürftige Menschen aufzunehmen. Die meisten dieser Menschen kommen alleine nicht mehr zurecht, können aber nicht oder nicht mehr von ihren Familien betreut werden und bekommen dann durch BASIDA ein neues zu Hause. Viele Bewohner – und das ist auch der ursprüngliche Gedanke der Organisation – haben zum Beispiel AIDS oder leiden unter den Folgen verschiedener Suchtkrankheiten.

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So sieht das Dorf Navahondilla aus.

Ich wohne und arbeite nun für neun Monate in dem jüngsten der drei Häuser, das in dem kleinen Dorf Navahondilla liegt (ca. eine Stunde entfernt von Madrid). Hier ist Platz für 28 Bewohner und außerdem gibt es einen Wohnbereich für die Freiwilligen, die über sehr unterschiedliche Zeiträume aus ganz Spanien oder – wie ich – aus dem Ausland hierhin kommen, um BASIDA zu unterstützen. Einige von diesen Freiwilligen leben und arbeiten schon seit Jahren hier, andere bleiben für ein paar Wochen oder Monate und wieder andere helfen nur tagsüber an ein paar Tagen in der Woche oder im Monat. Da nicht nur die Herkunft der Freiwilligen und die Gründe für ihren Aufenthalt, sondern auch die Altersgruppen sehr unterschiedlich sind (mit 18 Jahren gehöre ich hier mit Abstand zu den jüngsten Freiwilligen), wird es hier so gut wie nie langweilig und man kann sich über die verschiedensten Themen unterhalten.

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Das ist das Haus BASIDA in Navahondilla

Auch die Bewohner des Hauses sind sehr verschieden. Die meisten kommen aus Spanien, einige aber auch aus dem Ausland, zum Beispiel aus Portugal und Nigeria. Viele leben schon seit Jahren in diesem Haus, einige erst seit ein paar Monaten und die zwei neuesten Bewohner leben sich gerade ungefähr zeitgleich mit mir hier ein. Insgesamt sind nur wenige den ganzen Tag auf fremde Hilfe angewiesen, auch wenn mehrere im Rollstuhl sitzen. Jeder, der gesundheitlich dazu in der Lage ist, packt im Alltag mit an, sodass jeden Morgen nach dem Frühstück nicht nur Aufgaben an die Helfer verteilt werden, sondern auch an die Bewohner.

Über den Namen des Projektes – “Living in diversity” (auf Deutsch: “Leben in Vielfalt”) – habe ich vor meiner Ausreise ehrlich gesagt gar nicht so viel nachgedacht. Jetzt fällt mir jeden Tag auf, was das eigentlich bedeutet: Hier durchleben Menschen jeden Alters (auch Kinder) Tag für Tag gemeinsam ihren Alltag und jeder trägt dazu so viel bei, wie er kann, ohne dass jemand zu etwas gezwungen oder dafür bezahlt wird. Was aber noch viel wichtiger ist: Erst durch die “Vielfalt” an Fähigkeiten, Erfahrungen, Interessen und Ideen wird aus dieser Wohngemeinschaft viel mehr als nur ein gemeinsames Durchleben des Alltags. Es werden ständig Dinge verändert und weiterentwickelt, man kann immer wieder etwas voneinander lernen und – wie schon mal erwähnt – es wird definitiv niemals langweilig.ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Fiona, Austausch, 2017, Dorf, Navahondilla, Ávila, BASIDA, Unterkunft

Mein Alltag

Jetzt aber mehr zu meinem Alltag als EFDlerin: Bei den Aufgaben der Freiwilligen handelt es sich einerseits um Arbeit im Haushalt, wie zum Beispiel Putzen, Wäsche waschen oder in der Küche helfen. Andererseits gibt es aber auch diverse Aufgaben in den Bereichen Pflege und Therapie. Viele Bewohner brauchen beispielsweise jeden Tag Hilfe beim Aufstehen, Umziehen usw. und außerdem gibt es den für sie ganzen Tag über verschiedene Angebote zur Beschäftigung (Gymnastik, Tanz, Malen, Schreiben etc.), die natürlich therapeutische Ansätze haben, aber auch Spaß machen sollen.
Alle Arbeits- und Beschäftigungsbereiche könnte ich hier gar nicht aufzählen aber wie Ihr seht, gibt es in so einem großen Haus jede Menge zu tun.
Ich habe schon in verschiedenen Bereichen gearbeitet, wie zum Beispiel beim Sport und bei der Wäsche, lerne aber immer wieder neue Aufgaben kennen und erfahre mehr über die Bewohner. In den ersten Tagen war es sehr anstrengend, mir alles zu merken (vor allem die Namen), aber mittlerweile komme ich damit gut zurecht.

“El español”

An dieser Stelle noch etwas zur Sprache: Ich war froh, dass ich in der Schule schon ein paar Jahre lang Spanischunterricht hatte und dass hier noch eine andere deutsche EFDlerin wohnt, wodurch ich mich schon nach einigen Wochen mit den meisten Leuten hier gut verständigen konnte. Es ist zwar anstrengend, so viele neue Wörter und auch Dialekte auf einmal kennenzulernen, aber bis jetzt musste ich jeden Tag seltener „¿Qué?“ fragen und mir alles fünfmal erklären lassen, wenn ich etwas nicht verstanden habe. 😉 Mit den spanischen Witzen ist das nochmal etwas anderes… ich glaube, die werde ich auch nach 9 Monaten nur zur Hälfte verstehen.
Trotzdem lernt man eine fremde Sprache auch ohne Vorkenntnisse schnell, wenn man im Alltag darauf angewiesen ist, sich mit Menschen zu verständigen, die kein Deutsch und (wie zum Beispiel hier in Navahondilla) kaum Englisch sprechen. Die Erfahrung hat die andere EFDlerin gemacht, die vor gut 10 Monaten als einzige Deutsche und ohne ein einziges Wort Spanisch zu sprechen hier hingekommen ist. Da hilft es, dass die Bewohner daran gewöhnt sind, dass einige Freiwillige die Sprache erst lernen müssen, und entsprechend geduldig sind.

So – für einen ersten Eindruck sollte das reichen. Ich hoffe, Ihr könnt Euch jetzt etwas mehr unter meinem Projekt vorstellen und habt Lust noch mehr über meinen EFD zu erfahren.
Wenn Ihr Fragen oder Vorschläge für die Themen weiterer Beiträge habt, meldet Euch bei mir!

Liebe Grüße aus Navahondilla und ¡hasta luego!
Eure Fiona 🙂


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