Genau eine Woche ist er jetzt her – der Moment, in dem die Tatsache, dass ich wirklich ein Jahr alleine weggehe, über mich einbrach. Die ganzen Monate, Wochen und sogar Tage vor meiner Abreise wusste ich zwar, dass ich bald für ein Jahr weg bin, aber wirklich realisiert hatte ich es noch nicht. Doch dann hieß es am Flughafen: Abschied nehmen. Als ich in die verheulten Gesichter meiner Eltern, besten Freundin und meines Freundes sah und alleine den Schritt in Richtung Sicherheitscheck machen musste, kam die Aufregung mit einem Schlag. Mir fiel dieser eine Schritt, weg von meinen Bekannten, viel schwerer als gedacht. Es war wie Abschied nehmen von allem Vertrauten und gleichzeitig der Weg ins Ungewisse.

Jetzt bin ich schon seit einer Woche in meiner Unterkunft hier in Cruz-Quebrada, (Portugal) und kann meine bisherige Zeit eigentlich in einem Wort zusammenfassen: HAMMER!

Vom ersten Tag an bis jetzt habe ich nicht eine schlechte Sache zu berichten. Ich wurde Freitag vom Flughafen abgeholt, hatte dann direkt meinen ersten portugiesischen Einkauf und wurde schließlich im „Casa Europa“ abgesetzt, wo mir von einem der Mitbewohner das Haus gezeigt und ein Schrank in der Küche freigeräumt wurde. Im Casa Europa leben mit mir momentan fünf andere Freiwillige, drei aus der Türkei, eine aus Spanien und ein Mädchen aus Estland. Wir sind hier komplett frei; heißt man kommt und geht, wann man möchte. Jeder kauft für sich selbst ein und kann die gemeinsame Küche jederzeit nutzen, was für mich persönlich eine super gute Gelegenheit ist, zu lernen, selbst für mich zu sorgen. Was anfangs gar nicht mal so leicht ist, wenn man gerade frisch aus dem Hotel Mama kommt 😀

Ich war am Tag meiner Ankunft total aufgeregt, weil ich ja „die Neue“ war und alle anderen schon bald ein Jahr zusammen dort verbracht haben. Doch meine Sorgen waren auch da total unberechtigt – direkt am nächsten Tag wurde ich gefragt, ob ich Lust habe, in Lissabon tanzen zu gehen. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt und sowohl die Stadt als auch die Mädels direkt besser kennengelernt 🙂 Die folgenden Tage gingen erstaunlich schnell um. Mein erster Arbeitstag beginnt erst in ca. zwei Wochen, weswegen ich sehr viel freie Zeit habe. Natürlich gibt es auch einiges zu erledigen, wie z.B. ein Bank Konto einzurichten und ein bisschen Sprachunterricht, aber auch das hat zu zweit Spaß gemacht. Das Mädchen, mit dem ich mir mein Zimmer teile, ist nämlich drei Tage nach mir angekommen und von daher auch noch neu. Zusammen sind wir gestern mit unseren nagelneuen Zugtickets mit dem Zug zum nächsten Strand gefahren und können es beide immer noch nicht glauben – es ist wie der schönste Sommerurlaub. Es gibt keinen Tag ohne Sonne und weniger als 27 Grad!

Wobei wir uns gestern mit bescheidenen 33 Grad natürlich den heißesten Tag der Woche zum Sonnen ausgesucht haben und heute dementsprechend verbrannt sind – aber gut, das muss man wohl in Kauf nehmen 😉

Johanna, Portugal, Lissabon, Strand, Freiwilligenblog

Jetzt muss ich mich aber fertig machen, weil ich dieses Wochenende in Oeiras bei dem Poeiras-Festival mithelfen werde. Das ist meine erste wirkliche Aufgabe hier als Freiwillige und ich bin sehr gespannt, wie das wird!!

Sonnige Grüße aus Lissabon,

Johanna 🙂

 


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