Ein sehr großes Wort in Portugal: Amanhã heißt übersetzt morgen. Aber dieses Wort beschreibt ziemlich gut den portugiesischen Lebensrhythmus. Wenn behauptet wird, die Latinos seien entspannt, dann treiben es die Portugiesen auf die Spitze.

Es ist unser Glück, dass unsere Aktivitäten immer so geplant sind, dass zwischen geplanter Ankunft am Arbeitsort und geplantem Arbeitsbeginn mindestens eine halbe  Stunde liegen. Denn unser Bus hat IMMER Verspätung, nicht selten mehr als 10 Minuten. Es kommt vor, dass der Bus zwar an der Haltestelle pünktlich ankommt, aber dann sieht der Busfahrer plötzlich alte Bekannte oder Freunde auf der Straße und wird in ein Gespräch verwickelt, oder ein kurzer Toilettengang muss noch sein. Also reizen wir diesen halbstündigen Puffer immer recht gut aus.

Aber auch mit der Wochenplanung ist das so eine Sache. Zwar bekommen wir jeden Samstag die voraussichtliche Planung für die nächste Woche, doch wie beispielsweise diese Woche der Fall, kann sich der ganze Plan in ein paar Stunden ändern. Natürlich kann man bei Farmarbeit nicht viel planen, weil vieles wetterabhängig ist. Doch auch die Zusammenarbeit mit Partnern oder anderen Institutionen gestaltet sich recht spontan. So waren für diese Woche mehrere Interviews mit Einheimischen über therapeutische Pflanzennutzung geplant. Stattgefunden hat aber bisher noch keines. Am Donnerstag war ein Workshop für ein künftiges Projekt geplant, doch unser Partner hat abgesagt und der Workshop wird nicht stattfinden. Am Freitag unterrichten wir für gewöhnlich seit mehreren Wochen Englisch in einem Kindergarten in einem nahe gelegenen Dorf, doch auch diese Aktivität wurde gestrichen, weil die Kinder einen Ausflug machen. Und so fährt man jeden Tag auf Arbeit und kann gespannt sein, was einen erwartet. Und was man heute nicht macht, das macht man dann eben amanhã.

Doch man kann sicher sein, dass es zur Mittagszeit immer einen Kaffee gibt 🙂

Mehr zum Land, den Leuten und ihren Eigenheiten schon in
Kürze
(já in portugiesisch; noch so ein Wort, welches eine ziemlich weite Zeitspanne beschreibt).

Beijos
Eure Maria

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts

EFD 2017-18

Freude ausstrahlen – EFD im Rifugio Re Carlo Alberto (Altersheim in Italien)

Mein EFD im Rifugio Re Carlo Alberto (Altersheim in Italien) Wir Freiwilligen am Rifugio Re Carlo Alberto sind für die Animation zuständig. Wir spielen mit den Gästen Karten, kochen, backen, basteln, singen, tanzen, gehen spazieren oder Weiterlesen

EFD 2017-18

Weltenbummler

So, ihr Lieben, jetzt kommt endlich, nach fast zehn Monaten, mein erster Blogpost. Das ist das perfekte Beispiel dafür, wie viel hier passiert. Ich mache einen EFD in Tschechien, genauer gesagt in Brno in Mähren. Weiterlesen

EFD 2017-18

10 Monate auf Madeira

Das, was ich gerne als mein Auslandsjahr bezeichne, weil es sich besser anhört als Auslandszehnmonate, ist in 18 Tagen zu Ende. Wie hoffentlich alle EFDler hatte ich eine wahnsinnig interessante, herausfordernde, spannende, schöne und einzigartige Weiterlesen