Nach vier Monaten in Bulgarien lasse ich dann auch endlich mal von mir hören.

„Einfach mal was Neues ausprobieren!“

Nachdem ich eher zufällig als geplant im September nach Varna, Bulgarien aufgebrochen bin, hatte ich zunächst absolut keine Ahnung was mich erwarten würde. Ich wusste nichts, aber auch wirklich gar nichts über das Land. Nicht über das Klima, die Natur, die Sprache, die Schrift, die Währung und noch nicht einmal wo Bulgarien überhaupt liegt. In Deutschland haben die Leute sich oft gewundert warum ich denn nach Bulgarien gehen würde. Eigentlich konnte ich nichts sagen außer: „Einfach mal was Neues ausprobieren!“

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Der Anfang

Angekommen war ich erstmal total begeistert von der Stimmung in Varna und von dem immer etwas ranzigen Charme der Stadt, der eine ganz besondere Ästhetik hat – mit all den Staßenhunden und Katzen, den Omas die überall sitzen und wirklich alles verkaufen was man sich vorstellen kann. Außerdem darf man das warme Wetter, das Meer und den Strand nicht vergessen, der gerade wenn man aus Deutschland kommt einfach der Wahnsinn ist.

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Das fremde Bulgarien

Aber der Alltag (und auch der Winter) holen einen dann doch schnell ein. Dinge wie Bushaltestellen ohne Namen und Busfahrpläne, Wasser was ca. einmal die Woche einfach abgestellt wird, das feuchte Klima, was in schlecht isolierten Wohnungen schnell zu Schimmel an den Wänden führt sind Dinge die das Leben nicht unbedingt leichter machen. Und generell ist das Leben in einem Land, in dem man auch auf englisch oft nicht weiterkommt, auch wenn man die kyrillische Schrift lesen lernt, dann doch manchmal nicht so leicht.

Zuhause in Bulgarien

Doch als ich nach einer wunderschönen Vorweihnachtszeit mit seeehr viel kitschiger typisch bulgarischer Weihnachtsdekoration und einem Dezember, in dem wir oft sogar noch im T-Shirt am Strand sitzen konnten, über Weihnachten nach Hause geflogen bin, habe ich gemerkt wie sehr mir all die Dinge, die zu meinem Leben in Varna gehören, ans Herz gewachsen sind: die bulgarische Musik in den Clubs, die Sprache, nicht immer alles ewig im Voraus planen und organisieren, ein unglaublich preiswertes Leben, fast überall zu Fuß hinlaufen, vor allem zum Meer, die Straßenhunde die dir überall hin folgen, wenn du sie streichelst, den Bazaar auf dem man immer das günstigste und beste Essen bekommt und natürlich meine Mitbewohner. Ich fühle mich durch all das und noch viel mehr jetzt hier mehr zuhause als in Deutschland.

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Für Silvester bin ich dann wieder zurück nach Bulgarien geflogen und habe zusammen mit den anderen Freiwilligen, die schon wie meine Familie sind, und anderen Freunden aus der ganzen Welt ins neue Jahr gefeiert. Um Mitternacht haben wir Choro, den traditionellen Tanz in Bulgarien in der Fußgängerzone, mit Hunderten anderer Menschen getanzt, typisches Gebäck mit Neujahrswünschen gegessen und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang am Meer geschaut. Diesen Jahreswechsel werde ich mit Sicherheit nie vergessen.

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