Jetzt ist schon ein Monat vergangen und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen.

Mit den dramatischen Einzelschicksalen der Kapuzineraffen, der Kontrastwoche in London, meinem neuen Arbeitsbereich oder doch mit der feucht-fröhlichen End-Of-Season-Party?

Ich habe mich nun vollständig an das Leben hier im Nirgendwo gewöhnt und genieße es (meistens) in vollen Zügen. Die Menschen hier sind super toll und das Zusammenleben macht Spaß. Es ist wie eine große Familie hier.

Ende Oktober ging es für uns drei Langzeit-Freiwillige nach London, wo wir drei Tage ein On-Arrival-Training hatten (was leider eher langweilig war). Danach haben wir noch ein paar Tage die Stadt erkundet und sind dann voller Vorfreude wieder zurück ins Landleben gefahren, nach dem uns klar geNirgendwoworden war, wie freundlich, hilfsbereit und ruhig die Leute in Cornwall doch sind, verglichen mit den Anzug-tragenden Business-Großstädtern, die über die Straßen in mitten der hupenden Autos hin und her rennen.

Auch wenn ich das mal-eben-spontan-mit-Freunden-in-der-Stadt-Treffen total vermisse und mich schon wieder darauf freue, abends öfters weg zu gehen, genieße ich auch das ruhige Land-Leben hier.

„Ruhig“ sollte man da übrigens nicht falsch verstehen. Die Abende verbringen wir hier meistens alles andere als ruhig.

Da hier jeder an anderen Tagen frei hat- die Affen müssen schließlich auch am Wochenende versorgt werden- gibt es hier sowas wie „unter der Woche“ nicht. So kommt es vor, dass wir Mittwoch abends eine spontane Abschiedsparty für die Finnin Noora feiern, dass wir dienstags eine spontane Filmnacht veranstalten oder donnerstags in eine Bar gehen, um bis in die Puppen Billard zu spielen oder beim Pub-Quiz unser Allgemeinwissen unter Beweis zu stellen. Nicht zu vergessen die legendäre End-Of-Season-Party, die jedes Jahr das Ende der Saison markiert, und letzten Montag stattfand.Nirgendwo

Natürlich sind wir hier aber nicht nur am feiern. Und damit kommen wir zu einem etwas weniger zufriedenstellenden Thema.: Mein neuer Arbeitsbereich. Nach dem ersten Monat, bestehend aus normaler Freiwilligenarbeit (wie Käfige putzen, Äpfel ernten, Blumen einpflanzen, Schilder neu bemalen usw.) hat nun seit dem 29. 10. mein eigener Bereich angefangen. Der Bereich heißt „retail & catering“ was Arbeit im Souvenirshop, im Café und im Büro einschließt. Da der Park samt Café und Shop über den Winter geschlossen ist, sitze ich im Moment die meiste Zeit alleine im Büro und bewältige nicht allzu spannende Aufgaben. Ich hoffe aber, dass sich das bald ändert, da ich hier auch genügend Vertrauenspersonen um mich herum habe, die alles dafür geben, dass es uns Freiwilligen hier gefällt.

Ich muss jetzt leider aufhören zu schreiben, da ich gerade gehört habe, dass die Dusche frei geworden ist, was in einem Haus mit über 20 Personen schon eine echte Sensation darstellt!

Bis ganz bald!                                                                                                   Nirgendwo

Hannah

PS: Nächstes mal erzähle ich euch dann aber wirklich über die Affen!!! 😀


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