Hallo, da bin ich wieder 🙂 Ich breche jetzt nun schon meinen fünften Monat in England an. Vieles wird zur Routine, egal ob das Putzen der Affenkäfige, die vielzähligen Geburtstags- und Abschiedspartys, die Spaziergänge an der Küste oder das gemeinsame Beisammensein am Abend. Deswegen gibt es von mir dieses Mal keinen Bericht über mein Leben hier, sondern einen kurzen Einblick in die Kultur Englands.

Eigentlich dachte ich immer, dass Werte und Tugenden in Deutschland und England ähnlich sind, schließlich sind die Länder ja nicht allzu weit entfernt. Das mag auch zutreffen, allerdings wird das Ganze unterschiedlich interpretiert. Insbesondere das Thema Höflichkeit wird in England ganz anders ausgelebt als gewohnt.

So kann es zum Beispiel beim Abendessen schon mal zu Missverständnissen kommen.

Bei der Frage: „Can you give me the butter?“ der Slowenin bleibt dem Engländer schon mal halbstündig der Mund offen stehen, schließlich muss man höflichst darum bitten und außerdem hinzufügen, dass man nur die Butter möchte, wenn es für den Gegenüber kein Problem darstellt, sie herüber zu reichen.

Die Indirektheit der Engländer kann einem auf Dauer schon etwas auf die Nerven gehen. Anstatt direkt auf den Punkt zu kommen, wird drei Stunden um den heißen Brei geredet, sich vier mal bedankt und fünf mal für nichtexistierende Fehler entschuldigt.

Wichtig ist außerdem, den Satz mit einem Kosenamen zu beenden (ja, jeder nennt mich hier „Darling“, „Honey“ oder „My Dear“, egal ob die Chefin oder der alte Mann in der Tanke). So weiß ich selten, ob jemand dringend meine Hilfe braucht oder ob ich meine Aufgaben richtig mache, denn „it’s all great, thank you my darling“ ist die traditionelle Rückmeldung, die ich bekomme.

Während ich mich dadurch zu Beginn schnell sehr wohl und willkommen gefühlt habe (denn schließlich hat mich auch der alte Mann an der Tanke ganz doll lieb), bin ich mir jetzt oft unsicher, ob das „Danke“ wirklich so gemeint oder nur eine Floskel ist, und ob sich der Gegenüber bei dem Wort „sorry“ wirklich entschuldigt.

Insgesamt sollte ich mich natürlich über so etwas nicht beschweren, denn zuhause wünscht man sich manchmal sehnlichst ein „Bitte“ oder „Danke“ vom Gegenüber zuhören. Man kann es aber halt auch manchmal einfach übertreiben 😀

So, wenn das für alle okay ist, würde ich jetzt mit dem Schreiben aufhören, und stattdessen noch ein paar Bilder zeigen. Entschuldigung für alle Unklarheiten und vielen vielen herzlichen Dank fürs Mitlesen, my Dear!! <3

Müllsammeln am Strand

Sonnenuntergang vor dem Haus

Silvesterparty

Einer der Abschieds- oder Geburtstagspartys 🙂


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