Dass ich nun lange nichts mehr von mir hören lassen hab, liegt nicht nur daran, dass meine Internetverbindung so schlecht ist, sondern auch daran, dass ich in letzter Zeit recht viel zu tun hatte. Es hat sich einiges verändert, ich hatte viel Besuch und war oft unterwegs. Aber ich sollte vielleicht mal von vorne anfangen 🙂

Seit 10 Jahren hatte es in Cornwall nicht mehr geschneit, sodass die Aufregung groß war, als im Februar der erste Schnee fiel und sogar liegen blieb. Auf Grund fehlender Existenz von Winterreifen (WTF?!) sowie der generellen Aufgeregtheit ganz Cornwalls konnten Teile des Teams leider nicht zur Arbeit kommen, manche mussten abgeholt werden, Essenslieferungen kamen nicht an.

Wir Freiwilligen hatten dabei unseren Spaß, haben Schneeballschlachten veranstaltet oder sind auf Tüten oder diversen anderen Materialien (Schlitten gibt es auf Grund des Schneemangels natürlich nicht) die Einfahrt runter gerutscht.

Ende Februar habe ich dann endlich meinen ersten Besuch empfangen!EFD England

Meine Mutter hat es trotz Schneesturms, Dunkelheit, und Autofahren auf der falschen Seite zu mir geschafft. Wir haben einige Ausflüge gemacht und ich habe es sehr genossen, mal aus meiner kleinen abgeschiedenen Welt herauszukommen und ein bisschen herumzureisen.

Zwei Wochen später habe ich mich für ein langes Wochenende mit meinen Schwestern in Dublin getroffen, das Wochenende darauf war ich mit meinen zwei besten Freundinnen in London verabredet.

Auch wenn es sich hier im Affenpark wie eine große Familie anfühlt und sich alle sehr gut kennen, war es wunderschön, wieder mal vertraute Gesichter zu sehen und Freunde in die Arme zu nehmen.

Das klingt jetzt wohl so, als ob ich viel Urlaub nehme und wenig arbeite, was meiner Meinung nach ganz und gar nicht der Fall ist. Mir Urlaub zu nehmen ist recht kompliziert und ich muss das, wenn möglich, mindestens einen Monat vorher anfragen. Da ich nicht so viele Urlaubstage habe und mir außerdem die meisten für die Sommermonate aufsparen möchte, habe ich die letzten Wochenenden viel in Nachtbussen verbracht, sodass ich direkt nach der Arbeit los gefahren bin bzw morgens um 6 vor der Arbeit hier angekommen bin.

Apropos Arbeit, da hat sich hier einiges geändert. Der Park, der über den Winter geschlossen war, hat nun am ersten April seine Türen für die Besucher geöffnet. Mein Alltag sieht deswegen nun etwas anders aus: Nachmittags halte ich nun Reden über die Affen und helfe im Souvenirshop aus. Vor allem das Redenhalten macht sehr viel Spaß, man kommt mit den Besuchern in Kontakt, beantwortet Fragen und klärt sie über den Affentierhandel in England auf.EFD England

Auch wettertechnisch gab es einen glücklichen Wechsel: Der graueenglische Winter ist endlich vorüber und wir verbringen unsere Abende damit, nach der Arbeit zum Strand zu laufen, Musik zu hören, zu grillen und Frisbee zu spielen.

Ich kann es gar nicht glauben, dass schon sieben meiner zwölf Monate hier vorbei sind. Die Zeit vergeht wie im Flug, als ob eine Woche nur fünf Tage und ein Tag nur 10 Stunden hat. Aber das ist ja bekanntlich ein gutes Zeichen 🙂

bis demnächst,

Hannah


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