Weihnachten in Dänemark und die dänische Sprache

 

Nun bin ich schon 4 ½  Monate hier in Dänemark und das bedeutet Halbzeit!

In den letzten zwei Monaten ist viel passiert, von einem eher tristen November zur Vorweihnachts- und Adventszeit. Dann Weihnachten in Dänemark und schlussendlich Silvester in Amsterdam. Dazwischen kurze Reisen nach Kopenhagen und Aalborg, Fortschritte in der dänischen Sprache und und und ….

Hanna, Reise, Wochenende, Kopenhagen, EFD, 2017, 18, ODI

Nyhavn in København

 

 

Hanna, Kopenhagen, Tivoli, 2017, ODI, Freiwilligendienst

Tivoli

 

 

Hanna, Wochenende, Amsterdam, Silvester, EFD, 2017,18, ODI

Grachten in Amsterdam

 

 

Amsterdam

 

Ich dachte mir, dass ich in diesem Beitrag mal ein wenig von den Weihnachtstraditionen in Dänemark erzähle und davon, wie es mit meinem Dänisch vorangeht 🙂

Vorweihnachtszeit

Die meisten Dänen sind bereits Ende November (spätestens) alle in Weihnachtsstimmung. Es werden Weihnachtslieder gehört, erste Geschenke gekauft und dann gibt es auch erste „Julefrokost“ – Veranstaltungen. Hier treffen sich z.B. alle Angestellten aus dem Kindergarten, dem Sportverein oder sonstigen Zusammenschlüssen oder Vereinen. Es wird gemeinsam gegessen, viel erzählt oder auch „Pakkelege“ (jeder bringt ein kleines Geschenk mit; es gibt 2 oder mehr Würfel, welche nun immer weiter gegeben werden; würfelt man eine 6, so stiehlt man sich ein Geschenk von jemand anderem; nach einer bestimmten Zeit klingelt ein Wecker und die Geschenke, die zu diesem Zeitpunkt vor einem liegen, darf man behalten) gespielt und natürlich darf ganz viel „hygge“ (ein typisch dänischer Begriff, den man nicht übersetzen kann; bedeutet so etwas wie Gemütlichkeit) nicht fehlen.

Am ersten Dezember sind dann auch die Letzten bereit für Weihnachten. Auch hier in Dänemark gibt es einen Adventskranz und für die Kinder Adventskalender. Zusätzlich gibt es mehrere „Julekalender“ im Fernsehen. Jeden Tag wird ein kleiner Ausschnitt einer Weihnachtsgeschichte gezeigt bis zum 24.Dezember 🙂

Und dann gibt es auch noch ein „Kalenderlys“, eine Kerze mit den Zahlen 1-24, welche für die 24 Tage bis Weihnachten stehen. Und diese wird jeden Tag bis zum derzeitigen Datum heruntergebrannt.

Hanna, EFD, Julehjerte, 2017, Weihnachten in Dänemark, ODI

Typisch geschmückt mit dänischen Flaggen und Julehjerte

Zudem wird  viel „Julepynt“ gebastelt, hauptsächlich die typisch dänischen „Julehjerter“. Und natürlich habe auch ich mein erstes dieses Jahr gebastelt.

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland sind die Nisser, eine Art Kobold. Er ist Helfer des Weihnachtsmann und er möchte gerne mit Risengrød, also Milchreis, belohnt werden. Zudem kann es vorkommen, vorallem wenn er nicht sein risengød bekommt, dass er den Kindern Streiche spielt. Dies finde ich eine sehr schöne Tradition und alle Kinder sind fasziniert von diesen und wirklich jeder besitzt eine Nissermütze 🙂

 

Weihnachten
Hanna, Weihnachten in Däneamrk, 2017, Tannenbaum, EFD, Tradition

Tannenbaum mit echten Kerzen!!!

 

Heiligabend, der 24. Dezember,  ist wie in Deutschland der Höhepunkt. Es versammelt sich die ganze Familie zusammen (engste Familie – es ist eher ein kleines, gemütliches Fest). Natürlich wird wieder viel gegessen und natürlich geredet. Das Essen an Heiligabend unterscheidet sich aber von dem in Deutschland. Es gibt meist ein traditionelles Essen, bestehend aus Ente bzw. Gans mit brunede kartofler (karamelisierte Kartoffeln) und Rotkohl.

Bevor die Kinder ihre Weihnachtsgeschenke bekommen, wird sich um den Weihnachtsbaum gestellt, Lieder gesungen und um diesen „getanzt“. Das war wirklich ein sehr lustiges Erlebnis und etwas was man in Deutschland nicht erlebt.

Dänische Sprache

Ein Jahr in Dänemark bedeutet natürlich auch, dass man mit einer völlig neuen Sprache konfrontiert wird. Ich bin nach Dänemark gekommen, ohne ein Wort dänisch zu verstehen weder noch  zu sprechen. Der erste Monat war somit nicht gerade einfach. Man ist dauerhaft von der neuen und so fremden Sprache umgeben und versucht irgendwie zu verstehen, was die Kinder im Kindergarten von einem wollen. Ich war in dieser Zeit oft überfordert und glaubte nicht wirklich daran, dass ich es je lernen werde.

Schnell habe ich jedoch einfache Dinge, die die Kinder von mir wollten, verstanden und nach und nach habe ich auch immer mehr von dem verstanden, was die Erwachsenen geredet haben. Ich konnte erste Fragen verstehen, was mir ein bisschen Mut gemacht hat. Doch auch wenn ich nach 2-3 Monaten „viele“ Dinge verstehen konnte, war ich vom sprechen noch weit entfernt.

Es fiel mir sehr schwer, mich zu überwinden und anzufangen, auf Dänisch zu reden. Es war wie zwei Stimmen in meinem Kopf. Die eine, die mir sagte, ich solle einfach versuchen die neue Sprache zu verwenden, denn was soll schon passieren? Und die andere, die mich immer wieder zweifeln ließ, die lange Zeit stärker war, als die mutige Stimme und die, die mich somit lange zurückhielt. Ich selbst habe mir großen Druck gemacht und auch von Außen kam mehr und mehr Druck. Doch es kam ein Ereignis, was dann dazu führte, dass ich von ein auf den anderen Tag einfach aufhörte Englisch oder Deutsch zu reden. Es war kein schönes Ereignis, aber im Nachhinein ist es gut, dass es kam.

Seit nun einem Monat also versuche ich auf dänisch zu reden. Es war und ist nicht einfach, doch ich merke, dass es möglich ist, dass die Leute verstehen, was ich sage. Noch immer ist es umständlich für mich, doch jeden Tag merke ich die kleine Fortschritte und auch meine Kollegen machen mir viel Mut.

Was ich also durch meine Erfahrung allen künftigen Austauschschülern oder Freiwilligen mitgeben möchte ist, dass sie keine Angst haben sollen, die fremde Sprache zu sprechen. Für mich war und ist es eine der größten Herausforderungen hier in Dänemark. Und somit weiß ich, dass es nicht jedem so einfach fällt. Doch man hat wirklich nichts zu verlieren. Man kann nur gewinnen! Und mein größter Gewinn war, dass ich seit ich dänisch rede (versuche 🙂 ) nochmal auf eine andere Weise hier in Dänemark angekommen bin …

 

 


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