Der erste Eindruck von Griechenland war: Die Menschen leiden unter der Krise, es gibt teils nicht einmal Geld um Häuser fertigzustellen, oft funktioniert das Müllentsorgungssystem schlecht oder gar nicht und das Heizungssystem ist auch eher unzuverlässig. Dieser erste Eindruck mag einschüchternd klingen oder all zu negativ! Aber – oder im Gegenteil! Ich habe festgestellt, dass man es lieben lernt zu improvisieren. Daraus entsteht oft auch eine gewisse Art an Kreativität. Und was wir auch festgestellt haben: Die Menschen wissen nicht nur sich, sondern auch anderen zu helfen. Das ist mit Sicherheit auch aufgrund dessen, dass wir in einer Kleinstadt wohnen, in der sich jeder kennt, sich grüßt und beim Vorbeilaufen ein kleines Pläuschen hält. Aber so ist es eben für uns auch leichter in einem fremden Land anzukommen, die Kultur und die Sprache kennenzulernen.

Jetzt nach einem halben Jahr fällt es mir immer leichter, Gespräche auf Griechisch zu führen oder gar bei der Arbeit kleine Gesprächsrunden oder Spiele anzuleiten. Auch die „Kids“ sind immer voller Freude, wenn man auch nur versucht, sich auf Griechisch auszudrücken. Das hilft sehr dabei Fortschritte zu machen. In der Arbeit bin ich nach meinem weihnachtlichen Aufenthalt daheim in Deutschland schon wieder total im Alltag angekommen. Wir bereiten alles für unseren Osterbazar vor, wir haben neue Projekte mit den „Kids“ gestartet und reden schon über Pläne für die Karnevalzeit, die hier jetzt begonnen hat. Die Tradition hier ist der in Deutschland recht ähnlich. Auch mit verkleiden, feiern und – wie bei jeder Party in Griechenland natürlich mit viel Essen.

 

Das ist in keinem Falle ein Klischee. Es dreht sich viel ums Essen hier, was mir persönlich sehr gelegen kommt, allerdings ist besonders die Gegend hier sehr fleischlastig. Souvlaki, Bifteki, Ziege, Schaf, Hühnchen… alles gibt’s mit Pita! Und natürlich ist auch immer alles mit Olivenöl angemacht.

Für das neue Jahr haben wir uns viele neue Pläne vorgenommen, weil wir das Gefühl hatten, alles mehr ausnutzen zu müssen! So viele tolle Orte in der Nähe und so viel, was wir noch nicht gesehen haben! Thessaloniki war der erste Punkt auf der Liste. Letztes Wochenende haben wir eine wunderbare Zeit dort verbracht. Ein wenig Großstadtluft hat uns wirklich gut getan. In zwei Wochen geht’s nach Rhodos und im April dann über Kalymnos, Leros und Lispsi nach Ikaria. Im Mai nach Istanbul und was wir dazwischen dann noch spontan unternehmen, ist noch eher vage. Eines steht fest: Die größten Berge Griechenlands, Olymp und Parnaß, wollten wir unbedingt in diesem Jahr hier einmal besteigen…
Wir sehen, was das Jahr noch so bringt. Das Einzige, was wir jetzt schon sicher wissen. Die Zeit vergeht so schnell, wenn es schön ist!


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