Hallo Menschen! Lange nix mehr von mir gehört, das ändert sich aber jetzt.

Diesen Blogeintrag widme ich dem Thema, mit dem ich mir an den Wochenenden am liebsten die Zeit vertreibe: Reisen!

In meinem letzten Blogeintrag habe ich schon angedeutet, dass es hier sehr einfach (und günstig) ist zu irgendwelchen Orten zu reisen. Besonders da Georgien auch ein relativ kleines Land ist, kann mensch einfach übers Wochenende an die meisten Orte kommen. Deswegen möchte ich euch nun über meine Erfahrungen und Erlebnisse berichten von Orten an die ich bisher schon gereist bin. Ich habe versucht diesen Bericht etwas chronologisch zu ordnen, ich weiß nicht, ob mir das wirklich gelungen ist, auch weil ich an manchen Orten schon öfter war. Naja, wahrscheinlich ist die Reihenfolge sowieso nicht essentiell wichtig. Auch ist mir aufgefallen, dass es jetzt ziemlich lang geworden ist, weswegen ich einfach zwei Teile daraus mache und hoffe, dass euch beim Lesen nicht langweilig wird.

Reise, Georgien, Travel, Route, ODI, Freiwilligendienst

Meistens reise ich mit anderen EFDler_innen zusammen. Dabei entscheiden wir recht spontan wohin wir trampen wollen. Ja, genau, trampen ist hier meine liebste Art zu reisen geworden. Es kostet nichts, geht schnell (die längste Zeit die ich mal zu warten hatte waren 15 Minuten), mensch trifft interessante Leute und wird nicht selten zum Kaffee eingeladen oder bekommt Wein geschenkt. Und auch wenn ich alleine trampe fühle ich mich sehr sicher, auch wenn es nicht schaden würde, etwas mehr Georgisch verstehen und sprechen zu können. Glücklicherweise hält mich das trotzdem nicht davon ab auch in Gegenden zu reisen, wo so gut wie niemand Englisch spricht. Irgendwie klappt es ja trotzdem immer.

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Mein erstes Ziel war also nachdem ich in drückender Hitze mit langer Hose und Pullover mit dem Flugzeug auf dem Flughafen in Kutaisi gelandet bin, nach Zugdidi zu kommen, wo ich von Menschen von meiner Organisation abgeholt werden sollte. Ohne Geld, funktionierendes Handy und jegliche Georgisch- und Ortskenntnisse machte ich mich also auf ins Stadtzentrum von Kutaisi, von wo ein(e?) Marshrutka, ein kleiner, eher ungemütlicher Minibus, nach Zugdidi fahren sollte. Sobald ich den gefunden hatte, musste ich warten. Lange warten. Worauf? Wusste ich nicht so genau. Jetzt, nach etwas mehr Erfahrung, haben wir wohl auf mehr Menschen gewartet, die auch diese Marshrutka nehmen wollten, da es natürlich keinen genauen Fahrplan gibt.

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Als wir endlich losgefahren sind, dachte ich darüber nach, wie es weitergehen soll, wenn ich in Zugdidi angekommen bin, denn ich hatte ja immer noch keine Möglichkeit mit Menschen in Kontakt zu kommen und zu fragen. Die Fahrt war sehr lang und so genoss ich einfach die Aussicht, mitsamt Kühen und Schweinen die den Wegesrand säumten, anstatt mir Gedanken zu machen. Gegen Ende sind noch mehr Leute eingestiegen und ein Typ kam mir komischerweise vage bekannt vor. Während ich noch in meinen Erinnerungen kramte, frage er mich auf Deutsch „Hey, bist du nicht Agnes?Ich bin Felix von DRONI, wir hatten doch mal geskyped.“ Da fiel es mir natürlich auch wieder ein und ich war sehr froh, dass sich mein kleines Problem von selbst gelöst hatte. Vielleicht sollte ich nochmal erläutern warum ich überhaupt nach Zugdidi wollte. Zu dieser Zeit fand das GEM Fest (Georgian Electronic Music Festival) in Anaklia statt, das ist in der Nähe von Zugdidi am schwarzen Meer. Nachdem wir noch einige sehr schöne Tage dort verbracht haben, sind wir dann mit einem Bus zurück nach Tbilisi gefahren.

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Rückblickend wäre ich im August als ich noch nicht arbeiten musste gerne noch mehr gereist, das habe ich aber irgendwie verpasst. Tja. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Ich bin jedoch noch mit einer Mitbewohnerin und zwei Freunden nach Bolnisi und Dmanisi gefahren. Die Natur dort ist super schön und das Beste ist, dass nicht nur das eigentliche Ziel so schön ist, sondern auch der Weg dorthin. Zwischendurch Jahrhunderte alte Klöster anschauen und wunderschöne Flussläufe bewundern. In Dmanisi wurden außerdem die ältesten Fossilien von Vorfahren von Menschen außerhalb von Afrika gefunden. Oder so ähnlich.

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Als nächstes bin ich nach Kobuleti gekommen (für mein On-Arrival Training). Es ist eine kleine Stadt am schwarzen Meer und zum Glück war die Saison schon vorbei, sonst wäre es wahrscheinlich unerträglich voll gewesen. Dabei bin ich auch nach Batumi gekommen und mensch kann mir erzählen was mensch will, ich mag die Stadt trotzdem nicht. Es ist nicht die schönste Stelle um das schwarze Meer zu sehen und auch die ganze Atmosphäre ist sehr seltsam. An der Küste sieht man eine Menge bunt gemischte, nicht zusammenpassende, sehr moderne und einfach komische Architektur und es wird einfach nur auf „fancy“ gemacht für Tourist_innen, aber eine Häuserreihe dahinter sieht es aus aus wie überall auch. Es passt alles einfach nicht zusammen.Reise, Georgien, Travel, Route, ODI, Freiwilligendienst

Das einzig Schöne wie ich finde ist die sich bewegende Stahl-Skulptur „Ali und Nino“ nach dem gleichnamigen Roman, in dem es eben um die Geschichte von Ali und Nino, einem azerbeijanischen, muslimischen Jungen und einem georgischen, christlichen Mädchen geht. Diese Skulptur ist sehr eindrucksvoll, es gibt bestimmt Videos auf Youtube. Also wenn ihr Lust habt mehr zu wissen, findet ihr bestimmt etwas.

Die nächste Reise ging nach Udabno (Georgisch übersetzt: Wüste), ein kleines Dorf südwestlich von Tbilisi. Und nach Wüste sieht es da auch aus, trotzdem super schöne Landschaft. Mit meinen (damals noch) drei polnischen Mitbewohnerinnen sind wir dorthin getrampt, mitten ins Nirgendwo. Vor einiger Zeit hat aber ein polnisches Ehepaar dort ein Restaurant / Hostel eröffnet und es läuft wirklich gut, da nur dieser Ort auf dem einzigen Weg zur Touristenattraktion „David Gareja“ liegt. Dahin bin ich aber leider noch nicht gekommen. Aber das kann ja noch werden.

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Einige Zeit danach bin ich an den sehr entlegenen Ort Meore Obcha getrampt. Es war meine erste (oder zweite, hab ich vergessen) Erfahrung alleine zu trampen. Da es eine recht weite Strecke war, habe ich Essen mitgenommen, es stellte sich dann jedoch heraus, dass mir wirklich jeder Fahrer etwas zu Essen angeboten hatte. Und es macht schon auch Spaß in so einem riesigen Truck zu sitzen. Kurz vor dem Ort konnte mich mein Fahrer nicht mehr weiter mitnehmen, weil er woanders hin musste. Er hat jedoch einen anderen Menschen gefragt wie ich am besten dort hin komme. Er schlug vor, dass ich ein Taxi nehmen sollte, das wollte ich aber nicht und so kam es, dass ich plötzlich von sechs Männern umringt war, die alle irgendwie helfen wollten. Am Ende haben mich zwei Typen dahin gebracht, obwohl sie da gar nicht hin wollten. Es stellte sich dann heraus, dass sie alte Schulfreunde von meinen Gastgebern waren. Kleine Welt ist das… Ich bin immer wieder überwältigt von der Hilfsbereitschaft von Menschen.  Genau, ich habe noch gar nicht erzählt warum ich überhaupt nach Meore Obcha wollte. Es war nämlich Oktober und die Weinernte war im vollen Gange in Georgien. Von einer Freundin hatte ich von einer anderen jungen Frau gehört, die selbst noch auf traditionelle Art und Weise und ohne moderne Technik Wein herstellt, Baia’s Wine. Diese Familie habe ich besucht und bei der Weinernte geholfen. Das ist echt anstrengende Arbeit, macht aber auch Spaß, vor allem mit so vielen netten Menschen und gutem Essen. Nach Hause zu trampen war auch sehr einfach und angenehm, ich bin bei anderen Menschen aus Deutschland mitgefahren, die gerade so etwas wie eine Weltreise mit ihrem kleinen Bus machen. Sehr interessante Menschen. Noch kurz dazu, letztens war ich dann bei einer Weinprobe von ihr und der Wein ist echt suuuuper gut! Also wenn ihr mal die Chance bekommt Wein von Baia’s Wine zu kaufen, ergreift die Chance!

Korsha. Dieses Dorf, bestehend aus ein paar Häusern, ist glaube ich zu meinem Lieblingsort bisher in Georgien geworden. Ich möchte nicht so viel schreiben, obwohl es sehr viel zu schreiben gäbe, aber trotzdem. Insgesamt war ich schon drei Mal dort. Korsha liegt im Norden, etwa 3 Stunden von Tbilisi entfernt, in der wunderschönen Region Khevsureti und ist nur über eine sehr schlecht ausgebaute Straße zu erreichen. Als ich mitten im Winter allein dorthin trampen wollte, war es das erste Mal, dass ich mir Gedanken darüber gemacht habe ob das so sinnvoll ist und ich nicht einfach irgendwo stecken bleibe, weil kein Auto dort langfährt oder die Straße von Schnee blockiert ist. Im Endeffekt hat aber doch alles mehr oder weniger reibungslos geklappt. Jedenfalls habe ich dort die super liebenswerte Familie Arabuli besucht, die ich kennengelernt habe als wir ein Erasmus+ Projekt in Korsha hatten. Diese Familie aus Malern, Dichtern und Künstlern hat dort das Guesthouse Korsha, bzw. Arabuli Art House. Es gibt auch ein Museum über die alten Traditionen der Khevsuren, was echt interessant ist. Es war ein wenig schwierig zu kommunizieren, da ich nicht wirklich Georgisch oder Russisch spreche und sie kein Englisch, es hat aber trotzdem geklappt.

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Die Tage die ich dort verbracht habe waren super schön, denn allein die Natur sieht einfach wunderschön aus und lädt zum herumlaufen ein. Wenn es wieder wärmer wird, will ich da in der Nähe auf jeden Fall wandern gehen und nicht nur für ein paar Stunden. Ich freue mich schon darauf, noch einmal zurück zu kommen.

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So. Das war es erstmal von mir im ersten Teil. Ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt, denn es kommt noch der zweite Teil!

 


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