WGs sind lustig. Und nervig. Manchmal gehen einem die Mitbewohner echt auf den Keks. Und manchmal ist es einfach toll, dass sie da sind. Für mich ist dies die erste WG-Erfahrung, samt Höhen und Tiefen. Aber ich würde sie definitiv nicht missen wollen.

Die Mitbewohner

ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, SarahWährend meines EFD-Projektes wohne ich in einer WG mit – na ja – wechselnder Besatzung. Theoretisch ist es eine vierer WG. Zu Beginn waren wir zu zweit. Dann drei. Zwischendrin war das Haus mit vier Bewohnern tatsächlich mal vollbesetzt. Allerdings nicht lange.

Am Anfang (Oktober bis Januar) waren es also Roberto (der italienische Freiwillige) und Ich. Ab Januar gesellte sich dann ein Spanier zu uns. Gerard. Er war in dem Sinne kein Freiwilliger, sondern der Teilnehmer eines Projektes der “Moli de Baix” (meine Aufnahmeorganisation) zum interkulturellen Austausch und Zusammenleben, bei dem er mietfrei ein Zimmer im Haus bekam. Anstelle der acht Monate, die das Projekt eingentlich dauern sollte, war er knapp drei bei uns. Einen Monat davon bei seiner Familie auf dem spanischen Festland. Als er zurückkam, zog er eigentlich auch gleich wieder aus, da er einen neuen Job nahe seiner Familie gefunden hatte. Zwei Wochen nach dem Einzug Gerards, Mitte Januar, kam auch Charlotte (die englische Freiwillige) an. Die nächsten drei Monate waren wir damit voll besetzt. Mehr oder weniger. Nach dem Auszug Gerards kam erstmal niemand an seiner Stelle und wir waren demnach bis auf weiteres zu dritt. Erst im August (kurz vor Charlottes Abreise) bekamen wir dann wieder WG-Zuwachs. Ein Menorquiner diesmal, Marc, der den Projektplatz von Gerard einnimmt.

Das Haus

Würde meine Wohnung in einer Wohnanzeige beschrieben werden, würde das bestimmt irgendwie so aussehen: “Großzüger Altbau mit sechs Zimmern in zentraler Lage und mit Terasse mit Blick über den Ort.” Okay, die zentrale Lage ist relativ. Zum einen, ist alles irgendwie zentral, da Sant Lluis wirklich nicht groß ist. Zum anderen liegt die Wohnung eigentlich eher am Rand von St. Lluis, dafür aber sehr nah an der Moli de Baix (ca. zwei Gehminuten) und quasi auf der anderen Straßenseite vom Seniorenheim, meinem Arbeitsplatz. Groß ist das Haus mit vier Schlafzimmern, einem Wohnzimmer und einem Esszimmer/zweites Wohnzimmer tatsäODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, Sarahchlich. Daneben gibt es natürlich noch Küche (die ebenfalls einen Essbereich hat), Badezimmer und ein weiteres Klo, dass sich in der Waschküche befindet. Außerdem eine durchaus angenehme Terasse, von der aus man tatsächlich eine ganz nette Aussicht hat (nicht nur auf St Lluis, sondern unter anderem auch auf das Klo in der Waschküche). Auch auf den Innenhof des Hauses, der sich an die unter unserer Wohnung (diese befindet sich quasi im ersten Stock) liegende Garage anschließt. Samt Pool. Den wir natürlich nicht benutzen können, da dieser Bereich von den Vermietern genutzt wird. Von innen wirkt das Haus tendenziell antik, zumindest von der Möblierung her würde man hier eher auf Senioren schließen, als auf eine Gruppe 19- bis 28 -Jähriger. Macht aber nichts, hat irgendwie durchaus auch seinen Charme.

Auch sonst bringt die Wohnung so einige Eigenheiten mit. Zum Beispiel die kaum vorhandene Isolierung. Das verwandelt die Wohnung im Winter somit in eine Eisburg (in den kältesten Monaten konnte man manchmal sogar Atemwölkchen sehen), in der man ohne Heizkörper im Zimmer aufgeschmissen ist (nur in den Schlafzimmern hatten wir elektrische Heizkörper, noch dazu nicht besonders gute), und in der es zum Teil drinnen kälter als draußen war. Im Sommer gleicht das Haus dagegen einer Sauna. Im Sommer trocknet die Wäsche schön schnell, im Winter kann das schonmal drei bis vier Tage dauern. Und bis das Duschwasser im Winter vom elektrischen Wassererhitzer von 13 Grad auf eine annehmbare Temperatur gebracht worden ist, kann das auch schon mal eine halbe Stunde oder so dauern. Auch Regen ist so eine Sache, besonders in Kombination mit dem für Menorca typischen Wind. Im Winter (der ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, Sarahzugegebenermaßen im Vergleich zu Deutschland nicht wirklich kalt ist) kommt es doch immer wieder zu Regen, Stürmen und Gewittern (im Sommer auch, aber seltener). Das führt, in entsprechender Kombination mit besagtem Wind, ab und zu zu Wasserpfützen im Haus. Obwohl inzwischen das Leck in der Decke repariert ist; das Wasser schmuggelt sich einfach unter Terassentüren hindurch. Desweiteren ist in diesen Fällen des öfteren mit Stromausfällen zu rechnen (ebenfalls teilweise dem Wind geschuldet, der Salz vom Meer bringt); zum Teil im ganzen Ort, zum Teil ist einfach nur unser Haus und seine alten Steckdosen mit vier heizungsnutzenden Bewohnern gleichzeitig überlastet und die Sicherung fliegt raus. Man muss sagen, das Haus ist schon relativ alt und einige Aspekte sind eventuell auch dem menorquinischen Hausbaustil geschuldet. Aber obwohl das Wetter nun wirklich keine neue Sache ist, scheinen die Menorquiner jedesmal wieder von Stromausfällen oder Dingen, die kaputt gehen überrascht, besonders wenn es um den Wind geht, der hier ganze Bäume schief wachsen lässt.

Im Sommer kann man dafür ein neues Hobby anfangen. Kakerlaken jagen. Die fühlen sich nämlich pudelwohl in der feuchten Hitze; besonders die Küche lieben sie.

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Aber all dies klingt schlimmer als es ist. Man findet für alles Lösungen und Tricks und menorquinische Häuser haben durchaus ihren Charm. Mit meiner Wohnung habe ich es nicht allzu schlecht getroffen.

Zusammenleben

Zugegebenermaßen, mit und zwischen meinen Mitbewohnern herrschen keine allzu festen Bindungen. Jeder kauft für sich selbst ein, jeder kocht selber, jeder hat seine eigenen Dinge zu tun. Aber wir verstehen uns. Mal mehr, mal weniger gut. Wie das halt so ist. Somit wiODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, Sarahrd auch mal abends zusammen ausgegangen, ein Ausflug unternommen oder ein Abendessen für und mit Freunden organisiert (bei dem fast jeder etwas beisteuert). Außerdem muss sich unser Italiener natürlich im Pizza backen üben und da lässt man sich ein Stück natürlich nicht entgehen.
Die Haushaltsregelung mit Putzaufteilung klappt – dank Putzplan – ebenfalls einigermaßen gut; von ein paar Dingen mal abgesehen. Meistens jedenfalls.

Im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Wohnsituation durchaus zufrieden . Und unsere Multikulti-WG hat es sogar ins Fernsehen und in die Zeitung vom Menorca geschafft. Dank dem Projekt, an dem Gerard teilgenommen hatte, wurden kurze Beiträge über das Wohnungs-Projekt und in diesem Zusammenhang auch über den EFD gemacht. Wir sind also fast schon berühmt auf Menorca. Aber wirklich nur fast.ODI, Open Door International e.V., Freiwilligenblog, Erfahrungsbericht, Blog, Auslandsaufenthalt, Freiwilligendienst, Freiwilligenarbeit, Freiwillige, soziales Projekt, Europäischer Freiwilligendienst, EFD, Erasmus+, Spanien, Menorca, Sarah


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