Vorbereitung auf meinen EFD in Dänemark
In diesem ersten Beitrag möchte ich euch ein wenig über meinen EFD, meine Vorbereitung und meine Gefühle, so kurz vor der Abreise, berichten. Wie ihr vielleicht schon wisst, ich bin Hanna und ich werde ab dem 12. August für 9 Monate in Dänemark leben und dort meinen EFD in einem Kindergarten absolvieren.

Doch bis dahin war es wirklich ein langer Weg, der manchmal viel Geduld von mir forderte. Nach mehreren Bewerbungen und Anfragen, auf welche man entweder keine Antwort erhielt oder es nur hieß: „Man könne noch nicht genau sagen, ob man Freiwillige benötigen wird.“, fand ich mehrere Anzeigen von Projekten aus Dänemark, welche alle für Sommer 2017 nach Freiwilligen suchten.
Kurz habe ich überlegt, denn eigentlich wollte ich ja nach Norwegen, Schweden oder Irland. Ich war mir unsicher, denn was weiß man schon über das kleine Nachbarland Dänemark? Auch viele Freunde fragten mich, warum denn Dänemark? Doch dann dachte ich mir, warum denn eigentlich nicht? Was spricht dagegen? Ich bewarb mich noch im Oktober 2016 bei mehreren Projekten und im November bekam ich eine Rückmeldung aus Borris: „Man wolle mich bei einem Skype-Gespräch kennenlernen.“ Die Freude war riesig, denn ich habe nicht wirklich damit gerechnet, eine Antwort zu erhalten. Etwa eine Woche später war es dann soweit, mein Skype-Gespräch stand an und ich hatte panische Angst. Noch nie zuvor hatte ich ein Bewerbungsgespräch per Skype und ich wusste ja, dass das nun meine Chance ist, einen EFD Platz zu erhalten und ich wollte es keinen Falls vermasseln. Doch dann lief alles eigentlich unerwartet ganz gut und ich hatte ein wenig Hoffnung. Eine Stunde später bekam ich dann wirklich völlig überraschend eine Mail: „I´m very happy to let you know that the project Bornehuset Borris would like to welcome you as their EVS volunteer next year.“ Ich könnte es nicht fassen, ich hatte wirklich eine Zusage und das, obwohl ich doch eben erst das Gespräch mit ihm hatte!!! Es fühlte sich alles an, wie in einem Traum!!! Die Freude, die ich verspürte, kann man nicht mit Worten beschreiben, denn es ist ein Gefühl, das man einmal selber erlebt haben muss, um es zu verstehen.

Danach hieß es wieder warten und das ganz schön lange. Im April endlich erhielt ich die feste Bestätigung, denn mein EVS wurde von der National Agency genehmigt und nun stand fest, ja, ich werde 9 Monate in Dänemark leben und arbeiten. Und auch jetzt brauchte ich wieder Geduld, denn gespannt wartete ich darauf, eine Gastfamilie zu erhalten.

Und nun ist es schon in 3 Wochen soweit. Das meiste organisatorische ist erledigt, das Projekt und das Startdatum steht fest und meine Gastfamilie auch. Viel kann ich nun von Deutschland aus nicht mehr tun, außer natürlich packen, mich vorbereiten und natürlich Abschied von allen meinen Freunden und meiner Familie nehmen, was mir sehr schwer fallen wird. Und einen Sprachkurs zur Feststellung meiner Dänisch Kenntnisse muss ich noch machen (auch wenn diese nahezu gleich null sind). Doch sobald ich in Dänemark ankommen werde, bedeutet es, weiter zu organisieren, denn die Liste ist lang: Bankkonto eröffnen, CPR-Nummer beantragen, beim Sprachkurs anmelden, …

Die letzten Wochen sind einfach wie im Flug an mir vorbei geflogen und nun beginne ich immer mehr zu realisieren, dass es alles kein Traum mehr ist, sondern bald schon Wirklichkeit. Hanna, Dänemark, Freiwilligenblog, europäischer freiwilligen Dienst, EFD, Freiwilligen, Projekt, Erasmus+, Austausch, Erfahrungsbericht, Blog, ODI, 2018Es ist nun alles in so greifbarer Nähe und in mir selbst ist momentan einfach nur ein riesen großes Chaos. Einerseits ist man voller Vorfreude, man ist gespannt, was einem erwartet und man freut sich unglaublich, dass man nun endlich seinen Traum bald leben kann – alleine, in einem fremden Land, neue Leute kennenlernen, über sich selbst hinauswachsen, Erfahrungen machen, reisen und sooooo vieles mehr. Doch andererseits realisiert man nun so kurz vor der Abreise auch immer mehr, was die Entscheidung, einen EVS zu machen, auch bedeutet. Es bedeutet, Abschied von all den Menschen, die man über alles liebt zu nehmen, in ein fremdes Land mit einer fremden Sprache zu kommen, alles wird einem fremd sein und man selbst ist auch ein Fremder. Man lässt seine jetzige Welt irgendwie vollkommen zurück, verliert die Sicherheit des Vertrauten, man muss seine Komfortzone völlig verlassen.

Man weiß nicht was kommt, man weiß nur, dass es, wie immer im Leben Höhen und Tiefen geben wird, es wird glückliche und traurige Momente geben. Doch man weiß eben nicht, was einen wirklich erwartet, was man erlebt, wie die Momente ausfallen und welche im Endeffekt überwiegen. Irgendwie fühlt es sich ein bisschen so an, als würde man in kaltes Wasser geworfen werden. Man hat diese Erfahrung noch nie gemacht und man muss es einfach auf sich zukommen lassen und eben lernen, so, wie man auch im Wasser erst mal lernen muss, wie man sich über Wasser hält und später dann auch, wie man schwimmt.

Es ist eben diese große Ungewissheit, die gespannt macht und für Vorfreude sorgt, einen aber auch in ruhigen Stunden manchmal quälen kann.

Doch im Großen und Ganzen freue ich mich wirklich, dass dieses Erlebnis bald startet und ich schaue sehr zuversichtlich auf mein kommendes Jahr in Dänemark.

Bis bald.


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